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Peter Stuiber, 23.4.2026

Buch über Punk um 1980

Totgeglaubte leben länger

Als Punk vor fünfzig Jahren Wien erreichte, entstand eine kleine Szene, die mit provokantem Outfit, wilden Konzerten und viel Kreativität die Stadt aus ihrem Dämmerschlaf holte. Ein Auszug aus einer neuen Wien Museum-Publikation mit dem Titel Wien du tote Stadt.

Fünfzig Jahre Punk? Dieses „Jubiläum“ ergibt sich aus der Annahme, dass Punk 1976 in London begann, verbunden mit den üblichen Verdächtigen: Sex Pistols (plus Malcolm McLaren und Vivienne Westwood), The Clash oder The Damned. Nicht zu vergessen zeitgleich die Ramones in den USA. Wie viel Punk bereits in der New Yorker Musikszene der frühen 1970er Jahre (New York Dolls u. a.) zu finden war, ob Velvet Underground (mit Lou Reed) die erste Punkband war oder The Stooges (mit Iggy Pop), ob Richard Hell, Leadsänger von Television, doch eher als erster „echter“ Punk zu bezeichnen ist (er soll der erste Musiker gewesen sein, der seine zerrissene Kleidung mit Sicherheitsnadeln zusammenhielt) und Patti Smith zu Recht als „Godmother of Punk“ gilt – oder ob die ganze Sache noch weiter zurückreicht, nämlich zum US-Garage-Rock der 60er Jahre mit Bands wie The Sonics: Darüber lässt sich hitzig debattieren, und das überlassen wir den ausgewiesenen Musikexpert:innen – gerne auch die Beantwortung der Frage, woran man „echten“ Punk erkennt.

Was 1976 als eine Art musikalisches Erdbeben von London ausging, erreichte jedenfalls auch Österreich und Wien, natürlich mit einer Zeitverzögerung, die der damaligen Welt im Allgemeinen und der hiesigen Situation im Speziellen geschuldet war. Zuerst verbreiteten Musikzeitschriften die Kunde von der Revolution, ehe man überhaupt fallweise die Möglichkeit hatte, Punkmusik zu hören – sei es auf Radio Luxemburg, selbst aufgenommenen Musikkassetten oder aus London importierten Platten. Pionierarbeit leisteten zweifellos die Musicbox auf Ö3, die als erste österreichische Radiosendung Punkmusik spielte, sowie Plattenläden wie Mojo Records, Dum Dum Records, Why Not, Hi-Fi, Ton um Ton und Edek Bartz’ Plattengeschäft in der Ballgasse.

Wann also kam Punk nach Wien? Ansatzweise im Herbst 1976. Anfang 1977 formte sich Österreichs erste Punkband Chuzpe. Ihr „echtes“ Debütkonzert in einem Kellerlokal namens Milchkandl in der Rotensterngasse 22 im 2. Bezirk gaben sie am 7. November 1977. 

Einige Wochen davor, am 2. Oktober, hatten The Clash im Porrhaus am Karlsplatz gespielt, ein Initiationserlebnis für viele Punks in Wien. Das mittlerweile als Urban Legend erinnerte Konzert wurde vom Avantgarde-Multitalent Edek Bartz organisiert, der u. a. auch Patti Smith ins Konzerthaus brachte und mit dem Blondie-Konzert im Wiener Kongreßhaus am 12. Februar 1978 einen weiteren Coup landete: Als Vorgruppe der „Marilyn Monroe des Punk-Rock“ (so die Ankündigung) spielte Chuzpe. Wer nicht dabei war, war entweder zu uncool oder zu jung. 1977 trafen sich die ersten Wiener Punks schon regelmäßig am Flohmarkt, der in diesem Jahr von seinem alten Standort Am Hof zur U4-Station Kettenbrückengasse übersiedelte. Do-it-yourself-Outfit war das Gebot der Stunde: zerrissene T-Shirts und Jeans, „bearbeitete“ Sakkos mit Badges, Turnschuhe, zerzauste Haare, dunkles Make-up, Ketten und Sicherheitsnadeln. Hauptsache anders. Anders als die Spießer, aber auch anders als die Hippies und die Rocker. Erst nach und nach kamen die Nietengürtel, die Springerstiefel, die Leopardenhosen, die Lederjacken. Vom Irokesen-Haarschnitt war noch lange keine Rede. 

Was man auf den vielen Schwarz-Weiß-Fotos nicht sieht: Punk war bunt und grell. Aggression mit Spaßfaktor. „Die Musik war der Treibstoff, das Outfit war das Statement“, so fasst es Mofa zusammen, der im Kulturzentrum in der Gassergasse u. a. das Punkbeisl organisierte. Statement wogegen? In Österreich gab es damals Vollbeschäftigung und Wohlstand, die liberale Kreisky-Ära öffnete das Land gesellschaftlich in einem bis dahin ungekannten Maße, und im sozialdemokratisch regierten Wien wehte ein immerhin laues Post-68er-Lüftchen. Doch los war hier nicht viel.

Kulturelle oder sonstige Angebote für Jugendliche? Nur in Spurenelementen vorhanden. „Wien war nicht tot, aber fast“, so Panza, der damals ein Fanzine namens Tote Stadt schrieb und u. a. mit einer Rosaroter-Panther-Figur auf dem Rücken herumspazierte, um zu provozieren. Dass er in diesem Aufzug nicht gleich „nach Steinhof“ gebracht wurde, grenzt aus heutiger Sicht an ein Wunder. Die Spießigkeit der katholischen Lodenmantelträger:innen forderte jedenfalls den aufgeweckten Nachwuchs heraus. Und auch die braunen Spuren der NS-Vergangenheit waren in der Gesellschaft, in der Politik, in der Verwaltung und in der Schule zu sehen – wenn man nur hinschauen wollte. 

Punk zu sein, bedeutete um 1980, von den Leuten auf der Straße beschimpft, schikaniert zu werden. „Wir sind ohne Grund perlustriert worden. Es hat gereicht, Lederjacken und Badges zu haben“, erinnert sich Erwin Bösling von den Böslingen. „Sie haben gesagt, wir dürfen hier nicht stehen, das ist ein Gehsteig und kein Stehsteig. Solche Sachen.“ Als die Nietengürtel gar als Waffen eingestuft wurden, erfolgten entsprechende „Abnahmen“ und Abmahnungen seitens der Exekutive.

Die ersten Punk-Treffpunkte – neben dem Flohmarkt – waren keine späteren Szenelokale, sondern eher unscheinbare Orte: z. B. das Hinterzimmer eines ehemaligen kleinen Nachtlokals namens La Bohème am Getreidemarkt 23, wo die Punks jeden Dienstag zusammenkamen. Weiters das Extrazimmer des Vorstadtgasthauses Lindengarten in der Beheimgasse 39 in Hernals, in dem erste Konzerte (etwa von Chuzpe und Dirt Shit) stattfanden, so wie im Amerlinghaus am Spittelberg, einem im Frühjahr 1975 besetzten und dann von einem Trägerverein verwalteten Haus, das nicht nur den Hippies, sondern auch anderen mehr oder weniger alternativen Gruppen Raum bot. 

Auf Punk-Gleichgesinnte traf man in einem „Fetzengeschäft“ namens Danger, das der kulturszenekundige Geschäftsmann Ronald Fleischmann (neben anderen Läden) in der Judengasse 5 betrieb, im Hinterzimmer produzierte „der Panza“ Badges. Nicht zu vergessen die Arena, mit ihren Proberäumen und dem von Panza initiierten Punk-Café Zimmer 101 ein wichtiger Rückzugsort. Dann immer häufiger neu eröffnete coole Lokale wie die Blitz-Bar in der Färbergasse oder das Schoko in der Mahlerstraße, in denen auch New Wave in Wien verortet wurde. 

Rivalität gab es sehr wohl, mit Rockern wie den „La Santas“, mit den Mods und den ersten Skins. Aber im Terrassenheurigen (oder auch Terrassinger) an der Rechten Wienzeile vergaß man wieder schnell die Unterschiede. Die Grenzen waren sowieso fließend. Diskussionen über den „echten“ Punk gab es von Anfang an. „Darf“ ein „echter“ Punk ins U4 gehen? Und wenn ja: Wird er/sie dort überhaupt reingelassen? Irgendwann nicht mehr reingelassen wurden die Punks ins Metropol. Das historische Veranstaltungsetablissement, das 1981 von der ÖVP übernommen wurde, spielte in der hiesigen Punk-Frühgeschichte eine herausragende Rolle. Hier fand die skandalträchtige Präsentation des Blutrausch-Samplers mit den Bands Drahdiwaberl, Chuzpe, Minisex, Morbuben AG und Metzlutzkas Erben statt, „ein wirklich wichtiger Meilenstein in der österreichischen Pophistorie“, so der Musikexperte und Labelbetreiber Walter Gröbchen. Außerdem spielten im Metropol u. a. Pöbel, Die Böslinge und a-gen53 Konzerte, die das Publikum so in Ekstase versetzten, dass auch die Einrichtung darunter litt. 

So wegweisend der Blutrausch-Sampler als erste Compilation mit Punk-Beteiligung war, so sehr zeigt er auch, aus welchen Richtungen die Bands kamen bzw. in welche sie gingen. Federführend die aktionistische „Chaostruppe“ Drahdiwaberl, deren Mastermind Stefan Weber sich mit Punk klarerweise identifizierte – aber von den jungen Punks nicht unbedingt ernst und schon aus Altersgründen nicht als Vorbild genommen wurde. Metzlutzkas Erben: Für Robert Wolf von Chuzpe „überladen, ohne Substanz, ein virtuoses Gedudel“. Ganz im Punkstil hingegen Minisex (gegründet von Rudi Nemeczek und Rudi Oschelda), die später als Neue-Deutsche-Welle-Band Hits landeten, darunter „Ich fahre mit dem Auto“ (1982). Und dazu – abgesehen von Chuzpe – die Mordbuben AG als eine der ersten österreichischen Punkbands mit rasantem Speed.

Dass Punk auch im Umfeld der Hochschule für angewandte Kunst florierte, verwundert nicht: Ob in Deutschland, Großbritannien oder anderswo – Berührungspunkte zu den Kunsthochschulen gab es fast überall. An der „Angewandten“ in Wien wurden immer wieder Partys und Konzerte veranstaltet, an denen Punks beteiligt waren und die mehr oder weniger chaotisch verliefen. Im Kern der Punkszene eher skeptisch sah man allerdings Art-Punk/New-Wave-Bands wie Hotel Morphila Orchester (Peter Weibel, Loys Egg) oder Molto Brutto (Gerwald Rockenschaub, Gunther Damisch u. a.). War die Hochschule zu weit von den eigenen sozialen Realitäten entfernt? Nicht unbedingt. In Wien war die Punkszene keinesfalls homogen, was die Herkunft betraf. Punks kamen aus allen Teilen der Bevölkerung, eine „proletarische“ Subkultur lässt sich hier nicht ausmachen.

Punk um 1980 war (nicht nur) in Wien männlich geprägt – zumindest bei den Bands, deren Texte fallweise auch derb-obszön ausfielen. Natürlich gab es Ausnahmen: Österreichs erste Frauen-Punkband a-gen538 etwa oder Uschi Paranoia, die mit den Kranken Mönchen auftrat und ins Mikro schrie, keine „Discoqueen“ oder „fuck machine“ sein zu wollen. Trotz der Dominanz der Männer schlug sich der emanzipatorische Impetus des Punk auch in der Wiener Szene nieder. Das sonst so verbreitete Macho-Gehabe sei dort nicht vorgekommen, stimmen etwa Ilse Hoffmann von a-gen53 und die Künstlerin Franziska Maderthaner überein. Angie Mörth von der Band viele bunte Autos erinnert sich: „Die Frauen waren auch hier leider meist nicht die Macherinnen, sondern sie waren dabei. Feminismus hat für uns damals eher bedeutet: Wir wollen keinen Unterschied. Dass wir vielleicht auch andere Bedürfnisse haben, darum ging es nicht.“ Die Punk-Musikerinnen aus der Zeit um 1980 sind – nach einer kurzen Phase des Vergessens – längst zu Role Models einer jüngeren Generation geworden, ihrerseits hatten sie Vorbilder wie The Slits oder Poly Styrene von X-Ray Spex.

Für die Öffentlichkeit eine Provokation war sicher das Punk-Outfit, das zwischen Mann und Frau nicht wesentlich unterschied. Wobei damit nicht nur der „harte“ Look von Punk-Frauen gemeint ist, sondern durchaus auch der queere Einschlag bei den frühen männlichen Punks, die bunte Farben, wilde Muster, fallweise Latex, Schminke und Nagellack trugen und u. a. auch deswegen oft beschimpft und attackiert wurden. Es ist diese nicht nur stilistische Offenheit, die die frühe Punkszene aus heutiger Sicht so interessant macht. Do-it-yourself statt Einheitslook, Toleranz statt traditioneller Rollenklischees, die auch vor Subkulturen (bis heute) nicht haltmachen. Die Diversität der Szene rückblickend romantisch zu verklären, wäre zwar falsch. Punk hat aber mit Sicherheit geholfen, Grenzen zu verschieben – weg von den Alphamännchen,hin zu einer offeneren Gesellschaft. Flache Hierarchien gab es bei den Konzerten im wörtlichen Sinn: Die Musiker:innen mischten sich unters Publikum, dieses wiederum eroberte fallweise die Bühne, spontane Übernahme von Instrumenten und Mikrofonen inklusive. Selbst die berühmten drei Riffs auf der Gitarre musste man nicht können, um dabei zu sein.

Als der Punk 1977 Wien eroberte, wurde er in London schon zu Grabe getragen. Die legendäre Schnelligkeit der Bewegung schlug sich nicht nur in der peitschenden Musik nieder, sondern auch in der Kurzlebigkeit der Gruppen. Kaum gegründet, schon wieder aufgelöst – auch in Wien überstanden nur wenige Punkbands mehr als ein, zwei Jahre. Die musikalische und textliche Qualität reichte von völlig rudimentär bis ambitioniert, war aber letztlich meist nebensächlich: Es ging ums Selbermachen, hier und jetzt. Und – bei aller aggressiven Attitüde und (oft falsch verstandenem) „No future!“ – um Spaß! Die meisten frühen Punks in Wien waren Teenager, 15, 16, 17 Jahre jung. Spaß heißt aber nicht, dass die dunkle Seite des Punk rückblickend verleugnet werden sollte. Das (Selbst-)Zerstörerische war ebenso Teil der Szene wie harte Drogen, Alkohol, Suizide, Gewalt und Gefängnisaufenthalte. Etliche haben den Punk schon in jungen Jahren nicht überlebt, andere zahlten erst später den Preis für ein exzessives Leben.

Der ideologische Hintergrund der Wiener Punks blieb, fast könnte man sagen „naturgemäß“, diffus. Man war gegen „das System“, man sympathisierte naiverweise mit der RAF, teilte mit den Hippies die Ablehnung von Wettrüsten und Atomkraft, sah sich tendenziell als „links“ – ohne meist genau verorten zu können, was damit gemeint sein könnte (und nicht wenige Punks waren bzw. wurden für rechtes Gedankengut empfänglich). Politische Diskussionen, wie man sie sonst in den WGs der 70er Jahre führte, gab es nur in Ausnahmefällen. „Die Studenten haben darüber diskutiert, ich war aber keiner, und bei den Punks haben sich die wenigsten mit Anarchie auseinandergesetzt“, so Ernst „Tschuri“ Hörmann, Schlagzeuger bei Pöbel und später bei Blümchen Blau. 

Einer der Konsequentesten in puncto Ablehnung des staatlichen Machtapparats war Helmut Heiland, Sänger von Extrem. Als radikaler Wehrdienstverweigerer landete er auch prompt im Gefängnis: „Ich kann nicht über Desertieren singen und womöglich andere Leute dazu anstiften und das dann selbst nicht machen. Natürlich hat das mit dem jugendlichen Leichtsinn zu tun“, erinnert er sich heute.

Politik spielte auch in den vielen mit unglaublicher Akribie und Begeisterung gestalteten Fanzines eine Nebenrolle. Es ging um Informationsaustausch innerhalb einer relativ kleinen Gruppe, um Termine und Treffpunkte, um neue Platten und Bands, fallweise um Songtexte. Man machte sich über andere lustig, berichtete von Konzerten, tratschte über die Szene – wer mit wem welche Band gründen will oder wer wo Auftrittsverbot hat. Gegen 1980 erlebte der Punk in Wien einen Wendepunkt. Es schieden sich die Geister – vor allem am aufkommenden New Wave. Die einen, angeödet vom Stakkato-Rhythmus der rauen, schnellen 4/4 und vom beginnenden Leerlauf der Parolen gegen Staat und Gesellschaft, hießen die neue musikalische Richtung willkommen: Endlich mal was anderes! Die anderen witterten bei New Wave und Neuer Deutscher Welle Kommerzialisierung, lehnten es ab, wenn Chuzpe mit der Coverversion des Joy Division-Songs Love Will Tear Us Apart in der Hitparade landete, und forderten ein Zurück-zu-den-Wurzeln, die sie allerdings weniger in Iggy Pop, Television oder den Slits sahen als in Anarcho- und Hardcore-Punkbands wie Crass, Black Flag oder Dead Kennedys. Letztere gaben im Oktober 1981 ein Konzert in der Arena: Für viele jüngere Punks, die gerade erst zur Szene gestoßen waren, ein ähnliches Erweckungserlebnis wie 1977 The Clash im Porrhaus. Stagediving, wildester Pogo, eine schwitzende Masse, ein Hinausbrüllen statt Gesang – man war auf der Suche nach dem „echten“ Punk. Im Publikum auch Manfred und Josef Schäffer, die – nach dem Mord an Stadtrat Heinz Nittel am 1. Mai 1981 – ihre eben erst gegründete Punkband folgerichtig Dead Nittels nennen sollten.

Die Dead Nittels wurden eine Art „Hausband“ des ebenfalls am 1. Mai eröffneten Kultur- und Kommunikationszentrums in der Gassergasse (GaGa), einem ehemaligen Gebäude der WÖK (Wiener öffentliche Küchenbetriebsgesellschaft), das von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde und in dem verschiedenste Gruppierungen Platz fanden. Zwar waren die Punks schon seit Längerem mit der Arena eng verbunden. Doch für viele fühlte sich „die GaGa“ mit dem Punkbeisl wie eine lang herbeigesehnte Heimat an, wenn man diesen Begriff im Zusammenhang mit der Szene verwenden darf. Man war unter sich, tobte sich aus, genoss den Freiraum, der zentraler gelegen war als die Arena. 

Zwischen der Punk- und der Besetzerszene entwickelten sich Überschneidungen, die auch die Folgejahre prägen sollten. Nicht alle begrüßten die Verschärfung der Positionen, die damit einherging. Im Juni 1983 war es mit der GaGa ohnehin vorbei, das Areal wurde geräumt und planiert. Anrainerbeschwerden und eine vorangegangene öffentlichkeitswirksame „Drogenrazzia“ hatten der Stadt ausreichend Gründe dafür geliefert. Die heimatlosen Punks suchten sich ein neues Zuhause, z. B. in den „zur Besetzung freigegebenen Häusern“ in der Aegidi- und der Spalowskygasse. Spätestens da hatte sich die frühe Wiener Punkszene grundlegend geändert, und neue Protagonist:innen traten auf den Plan.

Dieser Text stammt aus der Wien Museum-Publikation Wien du tote Stadt, die soeben bei Spector Books erschienen ist. Sie versammelt 25 Interviews, zeitgenössische Fotos (allen voran von Michael Snoj), Plakate, Fanzines und sonstiges Material. 

Das Buch ist die Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung, die ab Juni 2027 zu sehen sein wird. Erhältlich im Shop des Wien Museums und online. Grafische Gestaltung: Larissa Cerny.

Peter Stuiber studierte Geschichte und Germanistik, leitet die Abteilung Publikationen und Digitales Museum im Wien Museum und ist redaktionsverantwortlich für das Wien Museum Magazin.

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