Beiträge zum Thema Protest
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Aids-Memorial der Maria Grün Kirche, 2026, Foto: Redaktion, Wien Museum
Der Aids Memorial Day in Wien
Namen gegen das Vergessen
Die Geschichte der Aids-Epidemie und der Kampf gegen die Krankheit sind von Leid und Verlust geprägt. Die schwule Community im Wien der 1980er und -90er Jahre setzte auf Aktivismus und bemühte sich, das Thema sichtbar zu machen – rechtlichen Hürden und gesellschaftlichen Vorurteilen zum Trotz.

Punk Michael Tagunoff am Naschmarkt, 1981, Foto: Michael Snoj
Buch über Punk um 1980
Totgeglaubte leben länger
Als Punk vor fünfzig Jahren Wien erreichte, entstand eine kleine Szene, die mit provokantem Outfit, wilden Konzerten und viel Kreativität die Stadt aus ihrem Dämmerschlaf holte. Ein Auszug aus einer neuen Wien Museum-Publikation mit dem Titel Wien du tote Stadt.

Kulturstadträtin Gertrude Fröhlich-Sandner bei der Eröffnung der Wiener Festwochen am Rathausplatz, 24. Mai 1975, APA-Images / brandstaetter images / Votava
Zum 100. Geburtstag von Gertrude Fröhlich-Sandner
„Der größte Fehler in der Demokratie ist: nichts zu tun.“
Die Arena-Besetzung 1976 war für die damalige Vizebürgermeisterin und Kulturstadträtin Gertrude Fröhlich-Sandner der Härtetest. Auch sonst waren die Jahre ihres politischen Wirkens eine bewegte Zeit mit dem Anspruch, Kultur und Bildung möglichst allen zugänglich zu machen.

Karl Heinz Koller: Aktivitäten des „Zentrum Amerlinghaus“, 1975, Wien Museum, Inv.-Nr. 233412/2
50 Jahre Besetzung Amerlinghaus
„Die Stadt sollte sich heraushalten“
Um 1970 hatte die Stadt Wien radikale Pläne für den Spittelberg. Der alte Baubestand sollte abgerissen, stattdessen sollten moderne Wohneinheiten errichtet werden. Dagegen formierte sich Widerstand. Sein Zentrum: Das Amerlinghaus, das vor 50 Jahren besetzt wurde.

Arbeiter-Ausweiskarte von Käthe Leichter, 1933, Institut für Historische Sozialforschung
Die Sozialforscherin und Antifaschistin Käthe Leichter
Fakten über Frauenarbeit
Ab 1925 gibt es in der Arbeiterkammer ein eigenes Frauenreferat. Erste Leiterin ist Käthe Leichter, die mit ihren akribischen Forschungen und Studien völlig neue Wege einschlägt. Ab 1934 ist sie im Widerstand gegen den Austrofaschismus aktiv, 1942 wird Käthe Leichter von den Nationalsozialisten ermordet.

Katharina von Böhmen, von der Westfassade von St. Stephan, um 1359–1363, Kalksandstein, Wien Museum
Frauengeschichte in der Dauerausstellung
Von Fürstinnen, Dienstmädchen und Salonnièren
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Er macht auf die Gleichberechtigung der Geschlechter aufmerksam und feiert die Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung. Auch in der Dauerausstellung „Wien. Meine Geschichte“ sind Frauenrollen und Frauenrechte ein Thema. Ein Gespräch mit der Kuratorin Elke Doppler.

VALIE EXPORT: Wirbelsäulenflöte, 1982 © VALIE EXPORT, Bildrecht Wien, 2025
VALIE EXPORT und ihre Performancekunst
Von der Dekonstruktion des weiblichen Körpers
VALIE EXPORT provozierte mit ihrem Körper und lenkte mit ihrer Kunst den Blick auf die Unterdrückung der Frau. Damit sorgte sie nicht nur im konservativen Wien der 1960er und -70er Jahre für Aufsehen, sondern sie setzte sich auch im Feld der Performancekunst durch, das zuvor gänzlich männlich dominiert gewesen war.

Mechanisierung in der Wiener Seidenindustrie
Mehr Maschine, weniger Mensch
Seit dem 18. Jahrhundert spielte die Seidenindustrie in Wien eine wichtige Rolle. Mit dem Einsatz von Webmaschinen änderten sich die Produktionsbedingungen jedoch fundamental – mit fatalen Auswirkungen auf einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung.

Die Schriftstellerinnen Betty Paoli, Marie Ebner-Eschenbach und Ida Fleischl beim Kartenspielen, 1891, Fotografie, Wien Museum, Inv.-Nr. 51399
Journalistinnen des 19. Jahrhunderts
„Frauen der Feder”
Weibliche Emanzipation im 19. Jahrhundert konnte sich in sehr unterschiedlichen Lebenswelten abspielen. Bestimmte Berufsfelder standen etwa bürgerlichen Frauen offen, in anderen mussten sie sich „verstecken“, um toleriert zu werden – so auch im Bereich des Journalismus.

PASUA solidarisierte sich mit protestierenden Lehrlingen und organisierte ein Go-In ins Sozialministerium in Wien, 1964 ©KURIER/Fred Riedmann
Die Pan-Afrikanische Studenten:innen-Union im Wien der 1960er Jahre
„A hot city for Africans“
Die Pan-African Students Union of Austria (PASUA) war eine der ersten politisch aktiven Schwarzen Selbstorganisationen in Wien, gegründet 1961 von Bildungsmigrant:innen aus afrikanischen Ländern in Österreich. Der Verein agierte oft aufsehenerregend – bis zur drei Jahre später erzwungenen Auflösung.